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4. Tag (Samstag, 12.07.2003): Die Camargue

Port CamargueHeute ging es zeitig los, da eine Fahrt in die Camargue auf dem Plan stand. Start der Tour war Port Camargue im Westen der Camargue, ein künstlicher Yachthafen, der angeblich der größte in Europa sein soll. Wir gönnten uns gleich zu Beginn ein kleines Päuschen und schauten eine Weile den herrlichen Segelbooten zu, wie sie in den Hafen ein- und ausfuhren und beneideten jeden, der in der Lage war, mit einem Boot übers Meer zu segeln. Port CamargueWir verließen Port Camargue, fuhren durch Le Grau-du-Roi, einer hübschen Hafenstadt und weiter nach Aigues-Mortes. Hier fanden wir auch die ganzen Touristen, die wir bisher in unserem Provenceurlaub noch nicht zu Gesicht bekommen hatten. Insgesamt beschränkte es sich aber auch hier auf ein angenehmes Maß. Aigues-Mortes ist eine nette Stadt mit einer gewaltigen Burg, einer (für meinen Geschmack) ausgesprochen schönen Kirche, einer lebhaften Innenstadt und einem für eine französische Stadt typischen Dorfplatz mit lauter kleinen Cafés drum herum. Besonders fasziniert haben uns allerdings die öffentlichen Toiletten, bei denen man (unabhängig vom Geschlecht) für 35 Cent eine Aigues-Mortes Eintrittskarte lösen mußte und wo es für Gruppen einen Pauschalpreis von 5 Euro gab.

Hinter Aigues-Mortes waren wir auf Gedeih und Verderb unserem Navigationssystem ausgeliefert, da wir die falsche Straßenkarte dabei hatten, die Ortschaften immer kleiner wurden und immer schlechter ausgeschildert waren. Schließlich landeten wir aber doch in St-GillesSt. Gilles, wo wir uns eigentlich nur die Kathedrale anschauen wollten, dann aber noch zufällig auf eine Hochzeitsgesellschaft stießen. Mal ehrlich, wer will bei diesen Temperaturen (37 Grad) eigentlich heiraten?

Unser Weg führte weiter nach Süden zur Hafenstadt Stes-Maries-de-la-Mer. Anstatt die Rhone aber schneller über die Brücke zu überqueren, entschieden wir uns für die hübschere Strecke mit der Fähre, auch wenn dieser Weg nicht ganz einfach zu finden war. Überfahrt mit der Bac du SauvageSchließlich war aber auch das geschafft und wir genossen die kurze Strecke über die Rhone.

Stes-Maries-de-la-Mer war dann so ein bißchen der Touristen-GAU für uns. Hatten wir gedacht, in Aigues-Mortes seien es viele gewesen, wurden wir hier eines besseren belehrt. Stes-Maries war laut, sehr touristisch mit zahlreichen Neppläden, Big Bands spielten direkt zwischen den kleinen Straßencafés....wer kann da noch gemütlich sein Essen einnehmen? Die Stadt an sich wäre wahrscheinlich noch sehr hübsch gewesen mit verwinkelten Gassen, einem lebhaften Platz mit einer großen Kirche in der Mitte, aber uns reizte es nicht, hier länger zu bleiben. Zuviel Rummel und zu viele Touristen. Dazu kam allerdings auch noch, daß wir unser Auto mangels Parkplatz vor einer Hofeinfahrt geparkt hatten, weshalb uns In der Camarguenicht ganz so wohl war.

Unsere Tour führte uns weiter rund um den Etang de Vaccarès durch das Rhône-Delta. Mehrere Fasane liefen uns hier ganz gemütlich vors Auto und jedes Mal konnte sie nur ein abruptes Bremsmanöver überhaupt dazu bewegen, die Straße wieder zu verlassen. Nachdem wir nur noch ein paar Kilometer von Salin-de-Giraud entfernt waren, merkten wir, daß wir uns verfahren hatten. Es gibt nämlich noch eine weitere Straße, die D36c, die direkt am Etang de Vaccarès vorbeiführt. Wir hatten versehentlich die weiter östlich gelegene D36 gewählt. Da die Entfernungen insgesamt nicht allzu groß waren, kehrten wir noch einmal um, fuhren die innere Straße entlang und hatten hier stellenweise einen herrlichen Blick auf das Wasser des Etang. Eigentlich hatten wir vorgehabt, direkt am See unsere mitgebrachten Baguettes zu essen, allerdings ließen uns Libellen und Stechmücken doch schnell wieder im Auto verschwinden. Das Abendessen wurde auf später verschoben. BelvédèreAber schon hier konnten wir die ersten Flamingos beobachten.

Erneut fuhren wir Richtung Salin-de-Gribaud und stoppten bei dem kurz hinter dem Ort gelegenen Belvédère, einem gewaltigen Salzhügel, von dem man einen guten Blick auf die riesigen Wasserbecken hat, in denen das Meerwasser durch die Sonne zu Salz verdampft.

Am Etang de VaccarèsAuf dem Weg zum Strand Plage de Piémanson ganz im Süden des Rhônedeltas, der auch als Hausstrand von Arles bezeichnet wird, sahen wir jede Menge zartrosa Flamingos. Für mich war es ehrlich gesagt neu, daß es auch in Südfrankreich Flamingos gab. Nachdem ich diese Tiere als Kind in der Stuttgarter Wilhelma immer als eher langweilig empfunden hatte, war ihr Anblick in freier Wildbahn doch sehr faszinierend für uns. Am Ufer der einzelnen Rhônearme konnte man dicke Salzklumpen erkennen. In der CamargueAm Strand selber hielten wir uns nur kurz auf: Auch dieser war von sonnenhungrigen Touristen völlig überfüllt, die Autos parkten schon recht dicht am Wasser, was uns nicht dazu veranlaßte, für einen Moment zu verweilen.

Als wir wieder zurück nach Saint-Laurent-des-Arbres fuhren, hatte es draußen immerhin angenehm 27 Grad, so daß wir noch für ein Stündchen auf dem Balkon blieben um die ‘kühle’ Abendluft zu genießen.

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